Es gibt verschiedene Teleskopbauarten, doch generell unterscheidet man zwei Grundtypen:

den Refraktor (Linsenfernrohr) sowie den Reflektor (Spiegelfernrohr). Es gibt auch Mischungen aus beiden. Wenn ein Teleskop sowohl Linsen wie auch Spiegel in seiner Bauart vereint, so redet man von einem "Katadioptrischen System". Refraktoren unterteilt man meist in die Untergruppen: Fraunhofer Achromat, Neoachromat und Apochromat. Spiegelteleskope unterscheidet man meist in die Untergruppen: Newton, Cassegrain, Maksutow-Cassegrain und Schmidt-Cassegrain, wobei die beiden letztgenannten zur Gruppe der Katadioptrischen Systeme gehören. Es gibt gerade bei den Reflektoren unzählige Mischformen, daher werde ich mich nur auf die Typen Refraktor, Newton und Schmidt-Cassegrain beschränken, da dies die meistverwendeten Varianten sind (die Beschreibung des Schmidt-Cassegrain gilt im Großen und Ganzen auch für das Maksutow-Cassegrain.)

Wir wollen uns nun den einzelnen Bauarten zuwenden und die Vor- und Nachteile der jeweiligen Geräte nennen. Eine Regel gilt jedoch für alle Teleskope: Öffnung ist durch nichts zu ersetzen, ausser noch mehr Öffnung. Denn je größer der Durchmesser der Objektivlinse (beim Refraktor) oder des Hauptspiegels (beim Reflektor), desto mehr Licht kann in das Gerät einfallen und gesammelt werden. Je größer die Öffnung (auch Apertur genannt), desto lichtschwächere Objekte können noch wahrgenommen werden und umso mehr Details kann man durch das höhere Auflösungsvermögen erkennen.

Es gibt jedoch einen altbekannten Spruch, der besagt, daß jedes Teleskop seinen Himmel hat. Damit will man ausdrücken, daß jedes Gerät, egal ob groß oder klein, seine eigene Leistung am Himmel hat. Denn auch mit kleinen Optiken kann man hervorragende Beobachtungen anstellen. Ebenso gibt es einen weisen Spruch, der besagt, daß jenes Teleskop am besten ist, welches am häufigsten benutzt wird. Damit meint man, daß ein kleines Teleskop, welches häufig genutzt wird, sinnvoller ist, wie ein großes, welches man nur selten verwendet.

Teleskope gibt es von verschiedenen Herstellern, einige bekannte sind z.B.: Meade, Celestron, Vixen, Takahashi, Astro Physics, TeleVue, Zeiss, Bresser, Orion, Intes, GSO, Skywatcher etc. Die Webadressen zu vielen dieser Anbieter findet Ihr auf der Seite "Links".

 

Refraktor:

Typisch ist seine dünne, jedoch lange Bauform. Der Refraktor besitzt eine Linse als Objektiv, welche das Licht sammelt und gebündelt zum Okular leitet. Als Objektiv bezeichnet man die Linse, durch die das Licht in das Teleskop hineinfällt (dem Objekt zugewandt), das Okular ist die Linse, durch die das Licht wieder herauskommt und ins Auge fällt (dem Auge zugewandt). Es gibt Objektive und Okulare, die aus mehreren Linsen zusammengesetzt sind (entweder verkittet oder durch einen dünnen Luftspalt voneinander getrennt). Diese sind qualitativ besser, jedoch auch teurer.

Der Brennpunkt (Fokus) bezeichnet den Punkt, wo die Lichtstrahlen, die durch das Objektiv gebündelt werden, wieder zusammentreffen, hier entsteht das eigentliche Bild. Der Abstand zwischen dem Objektiv und dem Brennpunkt nennt sich Brennweite. Je länger die Brennweite eines Teleskops ist, desto höhere Vergrößerungen kann man erzielen, allerdings wird mit zunehmender Brennweite das Gesichtsfeld kleiner (Fachbegriffe werden im Glossar erklärt).

Ein großer Nachteil der Refraktoren ist, daß sie farbfehlerbehaftet sind. Das bedeutet, daß die Lichtstrahlen (als Beispiel rot, grün und blau) verschiedene Brennpunkte aufweisen und das Bild dadurch einen Farbsaum bekommt, den man um Planeten oder den Mond erkennen kann und der sich für manche Betrachter, gerade bei hohen Vergrösserungen, als störend erweist. Dies betrifft hauptsächlich kurzbrennweitige Refraktoren (oft spöttisch Farbeimer genannt). Bei anwachsender Brennweite reduziert sich der Farbfehler enorm. Um diesen Fehler zu beheben, gibt es sogenannte Apochromaten, bei denen spezielle und teuere Glassorten (ED, Fluorit) im Objektiv verarbeitet sind. Diese Apos kosten wesentlich mehr, wie ein Achromat, bieten jedoch ein wesentlich schärferes und kontrastreicheres Bild, bei sehr guter Helligkeit und Farbbrillianz. Zusätzlich gibt es noch sogenannte Halb- oder Semi-Apos, bei denen nur eine der beiden Objektivlinsen aus einer speziellen Glassorte (meist ED) bestehen. Diese sind wesentlich günstiger wie ein Voll-Apo, allerdings auch nicht so leistungsfähig wie ein solcher. Zwischen dem Fraunhofer Achromaten und dem Apochromaten gibt es noch sogenannte Neoachromaten. Dies sind Fraunhofer, die (neben dem Objektiv selber) zusätzliche Korrekturlinsen im Tubus beinhalten.

Die Vorteile des Refraktors sind also eine hohe Bildschärfe, ein hervorragender Kontrast (keine Abschattung durch Fangspiegel wie z.B. beim Newton-Teleskop) und eine leichte und robuste Bauform, die in der Regel kaum nachjustiert werden muss. Ein Refraktor ist immer das "klassische" Astronomieteleskop, welches sowohl für die Himmelsbeobachtung (Planeten, Sonne und Mond) wie auch zur Erdbeobachtung eingesetzt werden kann. Der Refraktor wird auch von Nichtastronomen in der Regel als ehestes als Teleskopform erkannt.

Die Nachteile liegen im bereits erwähnten Farbfehler, der sich jedoch dadurch vermeiden läßt, daß man entweder einen langbrennweitigen Fraunhofer Achromaten (z.B. f/15) oder einen kurzbrennweitigen Apochromaten benutzt. Refraktoren sind meist nur mit kleineren Öffnungen erhältlich, da die Linsen sonst sehr schwer und teuer werden. Übliche Aperturgrößen sind 2 bis 4 Zoll (1 Zoll (") = 25.4mm), teurere Exemplare gehen schon einmal von 5 bis 7 Zoll. Wichtig ist bei einer Linse der Wert der Transmission, d.h. die Prozentzahl des Lichts, die auch wiedergegeben wird. Eine Transmission von 95% besagt, daß 95% des Lichts wiedergegeben werden und etwa 5% als Verlust gehandelt werden. Eine Transmission von 100% wäre also die Idealform, gute Linsen erreichen um die 95-99%. Für Deep Sky Objekte werden Refraktoren nur begrenzt eingesetzt, ihr Hauptverwendungszweck sind die Objekte im Sonnensystem, d.h. Sonne, Mond und Planeten.

 

Newton Spiegelteleskop:

Anstelle einer Linse sitzt hier ein Spiegel, der das Licht sammelt und gebündelt zum Okular leitet. Diese Bauart ist relativ preisgünstig, da Spiegel billiger herzustellen sind, als die Linsen der Refraktoren; daher können die Spiegel (bei gleichem Preis) auch wesentlich größere Durchmesser haben wie Linsen. Durch die größere Öffnung kann ein Spiegel mehr Licht sammeln wie ein Refraktor. Dadurch ist der Reflektor in der Lage, auch lichtschwache Objekte wie Deep Sky abzubilden. Ein sehr großer Vorteil des Spiegels ist seine Farbreinheit, den vom Refraktor her bekannten Farbfehler besitzt der Reflektor nicht.

Das Licht fällt durch eine ringförmige Öffnung in das Rohr (Tubus genannt) und gelangt dort zum Hauptspiegel. Von dort aus wird es zurückgeworfen zu einem Fangspiegel, der auf einer sogenannten Spinne sitzt, einer drei- oder vierarmigen Konstruktion, die in der Eintrittsöffnung des Tubus sitzt. Der Fangspiegel leitet das Licht in einem 90 Winkel durch den Okularauszug (auch Okular- oder Sehstutzen genannt) heraus, der seitlich am Tubus angebracht ist, und in dem sich das Okular befindet.

Im Gegensatz zu den Linsen, die eine vollflächige Aufnahme des Lichts ermöglichen, kann der Spiegel nur das Licht empfangen, welches durch die ringförmige Öffnung fällt. Da der Fangspiegel "im Weg steht", kann leider nicht die gesamte Fläche der Öffnung genutzt werden, daher besteht durch diese Abschattung (Obstruktion genannt) ein gewisser Lichtverlust, worunter auch der Kontrast leidet. Ebenso negativ ist beim Newton die Tatsache, daß es sich beim Transport leicht verstellen kann und man anschliessend eine Justierung (die sogenannte Kollimation) durchführen muss. Hierfür gibt es jedoch Justierlaser sowie Justierokulare (Cheshire), sodaß dieser Vorgang kein Hindernis darstellt. Durch den offenen Tubus kann leicht Staub in das Gerät gelangen, daher sollte es immer mit dem Staubschutzdeckel verschlossen sein. Andererseits kann das Gerät durch den offenen Tubus schneller auskühlen und ist dadurch schneller einsatzbereit.

Das Newton Teleskop ist eine preisgünstige Alternative zum Refraktor. Es eignet sich hervorragend, um Kometen, Sternhaufen, Nebel und Galaxien zu beobachten. Natürlich können mit einem Newton auch Sonne, Mond und Planeten beobachtet werden, die Stärken dieses Geräts liegen jedoch in der Deep Sky Beobachtung. Übliche Größen eines Newtons reichen von etwa 5 bis 16 Zoll. Es gibt auch Gitterrohr-Selbstbauten, die zwischen 20 und 40 Zoll liegen. Wichtig ist bei einem Spiegel der Wert der Reflektion, d.h. die Prozentzahl des Lichts, die auch wiedergegeben wird. Eine Reflektion von 95% besagt, daß 95% des Lichts reflektiert werden und etwa 5% als Verlust gehandelt werden. Eine Reflektion von 100% wäre also die Idealform, gute Spiegel erreichen um die 95-99%.

 

Schmidt-Cassegrain Spiegelteleskop (SC):

Es ist eine der am meist verbreiteten, aber auch teuersten Teleskopbauarten. Bei diesem Gerät fällt das Licht ebenfalls durch eine ringförmige Öffnung (mit einer sogenannten Schmidt-Korrekturplatte) in den Tubus und gelangt dort zum Hauptspiegel. Von dort aus wird es zurückgeworfen zum Fangspiegel, der in der Schmidt-Korrekturplatte eingearbeitet ist. Dieser reflektiert das Licht zurück zum Hauptspiegel, der in seiner Mitte jedoch eine Mittenbohrung aufweist, durch die das Licht den Tubus verlässt und durch den Okularauszug ins Okular fällt.

Durch diese "gefaltete" Bauform und den konvexen Fangspiegel kann man das SC-Teleskop sehr kurz bauen, und trotzdem eine vernünftige Brennweite realisieren. Das SC-Teleskop ist durch seinen großen Spiegeldurchmesser sehr für lichtschwache Objekte wie Deep Sky, aber auch für die Beobachtung von Objekten des Sonnensystems geeignet. Allerdings darf man nicht vergessen, daß auch hier ein gewisser Lichtverlust vorhanden ist, zum einen durch die Abschattung des Fangspiegels wie auch der Mittenbohrung im Hauptspiegel.

Von Vorteil ist sein geschlossener Tubus, dieser verhindert ein Verstauben der Optik. Allerdings verhindert dieser auch, daß das Gerät schneller auskühlen kann und somit schneller einsatzbereit wäre. Hier ist das Newton im Vorteil. Im Gegensatz zu einem Refraktor oder Newton, wo die Fokussierung über einen variabel verstellbaren Okularauszug erfolgt, fokussiert man bei einem SC, indem man über den Fokussierknopf die Stellung des Hauptspiegels in Bezug zum Fangspiegel und dem fest montierten Okularauszug verändert. Ein unschöner Effekt dieser Verstellmethode ist das sogenannte Image-Shifting. Dies kommt daher, daß sich der Hauptspiegel beim Fokussieren leicht verkippen kann und das Bild dann ein wenig springt.

Leider muss man für diese Bauart sehr viel Geld auf den Tisch blättern. Ein gutes SC kostet ab 3.000 Euro aufwärts!!! Beliebte Grössen sind 6, 8, 10 und 12 Zoll, es gibt jedoch auch 14 und 16 Zöller, diese sind jedoch kaum zu bezahlen.

Die für das SC angegebene Funktionsweise gilt im Großen und Ganzen auch für das recht beliebte Maksutow-Cassegrain Teleskop, wobei der Tubus hier jedoch durch eine Meniskuslinse verschlossen ist.



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