Achromat:

Achromaten nennt man farbkorrigierte Linsen. Bei unkorrigierten Linsen (Chromaten) können Farblängenfehler auftreten (Chromatische Aberration), farbige Flecken und Lichthöfe um die zu betrachtenden Objekte. Dies kommt daher, dass die verschiedenen Spektralfarben (rot, grün und blau) verschiedene Brennpunkte bilden, und daher Farbsäume um die Objekte entstehen. Farbkorrigierte Linsen beseitigen die Farbfehler teilweise, da beim Achromaten zwei Farben (rot und blau) korrigiert werden. Ein häufiger Vertreter dieser Sparte ist der Fraunhofer Achromat und der Neoachromat.

Apertur:

Als Apertur bezeichnet man die Öffnung des Teleskops, also die Grösse des Objektivdurchmessers (D). Dies kann der Durchmesser der Objektivlinse (beim Refraktor) oder der Durchmesser des Hauptspiegels (beim Reflektor) sein. Generell ist zu sagen: Öffnung ist durch nichts zu ersetzen, ausser noch mehr Öffnung. Je grösser die Apertur eines Teleskops ist, desto mehr Licht kann in das Gerät einfallen, und umso lichtschwächere Objekte können dargestellt und durch das höhere Auflösungsvermögen mehr Details erkannt werden. Aus diesem Grund sind die leistungsstarken Teleskope der Sternwarten auch von so gewaltigem Durchmesser.

Apochromat:

Als Apochromaten (Apo) bezeichnet man Linsen, die noch höherwertiger farbkorrigiert sind, wie Achromaten. Dies erreicht man durch Verwendung spezieller Glassorten (z.B. ED = Extra Low Dispersion sowie FL = Fluorit). Diese sind wesentlich teurer wie normale Achromaten, bieten jedoch ein wesentlich helleres, schärferes und kontrastreicheres Bild ohne Farbfehler.

Speziell in Verbindung mit dem Begriff Apo liest man oft die Aussage "Sterne punktscharf, knackiges Bild". Man unterscheidet noch zwischen Halb- (bzw. Semi-) und Voll-Apos, wobei die Objektivlinse eines Halb-Apos zur Hälfte und die eines Voll-Apos komplett aus diesen speziellen Glassorten besteht. Besonders bei kurzbrennweitigen Refraktoren (bzw. einem großen Öffnungsverhältnis) lohnt sich die Anschaffung eines Apos im Gegensatz zum Achromaten, da sonst große Farbfehler auftreten können und der Achromat somit zum "Farbeimer" wird.

Es gibt 3-linsige Voll-Apos, bei denen die Farben rot, grün und blau korrigiert sind, diese sind sehr teuer, bieten jedoch das beste Bild, was bei einem Refraktor möglich ist.

Auflösungsvermögen:

Das Auflösungsvermögen (p) wird in Bogensekunden ausgedrückt und bezeichnet die Fähigkeit des Teleskops, eng beieinander stehende Sterne (z.B. Doppelsterne) optisch zu trennen, damit wir sie auch als zwei getrennte Sterne wahrnehmen und nicht nur als einen Fleck. Am Himmel rechnen wir in Grad, Bogenminuten und Bogensekunden. Ein Vollkreis besteht aus 360 Grad (°), 1 Grad (°) besteht aus 60 Bogenminuten (') und 1 Bogenminute (') besteht aus 60 Bogensekunden (").

Je kleiner der Wert, umso besser kann unser Teleskop die Sterne noch trennen. Als Faustformel sagt man p = 120 : D, wobei p das Auflösungsvermögen in Bogensekunden (") und D der Objektivdurchmesser in Millimeter (mm) ist.

Das Auflösungsvermögen meines Refraktors mit 80mm Objektivdurchmesser beträgt nach der Formel also 1.5" und das meines Reflektors mit 250mm Öffnung beträgt 0.48".

Barlow-Linse:

Eine Barlow verlängert die Brennweite eines Teleskops um den Faktor x und sollte am besten vergütet sein. Dadurch ist es möglich, mit den schon bestehenden Okularen neue Vergrösserungen zu erreichen. Allerdings geschieht dies mit einem gewissen Qualitätsverlust. Das Bild wird dunkler und unschärfer. Die Benutzung einer 2x Barlow senkt die Helligkeit auf ein Viertel, die Benutzung einer 3x Barlow sogar auf ein Neuntel (man beachte: es senkt nicht um ein Viertel / Neuntel, sondern auf ein Viertel / Neuntel).

Sehr geeignet ist eine Barlow für kurzbrennweitige Teleskope, um höhere Vergrößerungen zu fahren. Ebenso eignet sich ein Barlow-Element als Glaswegkorrektor-Ersatz, um einen Binokular-Ansatz in den Fokus zu bringen. Zu beachten ist jedoch, daß eine Barlow eine gewisse Vergrößerung mit sich bringt, ebenso gilt es zu bedenken, daß jedes zusätzlich in den Strahlengang gebrachte optische Element die Bildqualität mindert. Berücksichtigt auch, dass eine Veränderung der Brennweite durch solch ein optisches Element auch zu einer Veränderung des Öffnungsverhältnisses (Blende) führt!

Der Vorteil einer Barlow besteht darin, dass man mit einem Okular zwei verschiedene Vergrößerungen erzielen kann (mit und ohne Barlow), und das unter Beibehalten des Gesichtsfeldes des verwendeten Okulars!

Blende (siehe auch Öffnungsverhältnis):

Die Blende (f/) ist wichtig für die Astrofotografie und wird als f/x angegeben. Sie berechnet sich aus der Formel f/ = f : D, wobei f die Objektivbrennweite des Teleskops in Millimeter und D der Objektivdurchmesser in Millimeter ist.

Je kleiner die Blende (kleine Zahl = große Öffnung!), desto besser ist das Teleskop für Astrofotografie geeignet und umso kürzer sind die Belichtungszeiten. Je größer die Blende (große Zahl = kleine Öffnung!), umso weniger eignet sich das Gerät für die Fotografie und umso länger sind die Belichtungszeiten.

Mein Refraktor hat eine Brennweite von 1200mm. Sein Objektivdurchmesser beträgt 80mm. Er hat also eine Blende von 15 bzw. f/15. Mit dieser großen Blende (große Zahl = kleine Öffnung!) eignet sich mein Refraktor nicht sehr für die Astrofotografie, da die Bilder eine lange Belichtungszeit brauchen.

Mein Reflektor hat eine Brennweite von 1250mm. Sein Objektivdurchmesser beträgt 250mm. Er hat also eine Blende von 5 bzw. f/5. Mit dieser kleinen Blende (kleine Zahl = große Öffnung!) eignet er sich hervorragend zur Astrofotografie, da die Bilder hier eine kürzere Belichtungszeit brauchen.

Mit einer großen Blende erreicht man eine höhere Tiefenschärfe wie mit einer kleinen Blende, daher bezeichnet man langbrennweitige Refraktoren oder Maksutow-Cassegrains mit einem kleinen Öffnungsverhältnis (grosse Blende) auch oft als "Mond- und Planetenkiller". Andererseits sind Fotografen der Meinung, dass der Effekt der Tiefenschärfe (oder Schärfentiefe) bei astronomischen Objekten nicht zählt, da sie durch ihre große Entfernung zu uns sowieso im Bereich der Unendlichkeit liegen.

Brennpunkt:

Als Brennpunkt (Fokus) bezeichnet man den Punkt, wo die vom Objektiv bzw. Hauptspiegel gesammelten und gebündelten Lichtstrahlen wieder zusammentreffen. An dieser Stelle entsteht also das Bild.

Brennweite:

Die Brennweite (f) eines Teleskops wird in Millimeter angegeben und definiert den Abstand zwischen dem Objektiv (beim Refraktor) bzw. dem Hauptspiegel (beim Reflektor) und dem Brennpunkt, also dem Punkt, wo die gesammelten und gebündelten Lichtstrahlen wieder zusammenfallen. Je länger die Brennweite ist, desto höhere Vergrösserungen kann man erzielen. Durch den Einsatz von Barlow-Linsen kann man die Brennweite erhöhen, Focal Reducer verringern sie. Okulare haben auch eine eigene Brennweite (fO), diese wird ebenfalls in Millimeter angegeben.

Hinweis:
Eine Barlow-Linse an einem kurzbrennweitigen Teleskop (z.B. 2x Barlow an 600mm Brennweite) verlängert die Brennweite und bewirkt rechnerisch praktisch dasselbe, wie ein Teleskop mit einer Brennweite von 1200mm, jedoch ist die Abbildungsqualität beim kurzbrennweitigen Teleskop mit Barlow schlechter wie beim langbrennweitigen Gerät ohne Barlow. Das 1200mm Teleskop hat hier klar die bessere Abbildungsqualität. Man erkauft sich diese "künstlich verlängerte Brennweite" also mit einer geringeren Abbildungsqualität. Dasselbe gilt auch für Focal Reducer. Ein kurzbrennweitiges Gerät (600mm Brennweite) hat die deutlich bessere Qualität wie ein langbrennweitiges Gerät (1200mm Brennweite) mit 0.5x Focal Reducer. Zu beachten ist auch, dass sowohl eine Barlow wie auch ein Focal Reducer neben der Brennweite auch das Öffnungsverhältnis (Blende) verändern!

Chromatische Aberration:

siehe "Achromat".

Dinge, die Ihr beachten solltet:

Beim Beobachten am nächtlichen Himmel solltet Ihr einige Dinge beachten, die unbedingt notwendig sind, um gute Ergebnisse zu bekommen.

1. Geht ins Freie!
Ihr solltet es unterlassen, vom Zimmer aus zu beobachten. Der Blick durch eine geschlossene Fensterscheibe bringt nicht viel. Reflektionen auf dem Glas sowie Verunreinigungen mindern den Kontrast und gaukeln Euch Geisterbilder vor. Allerdings bringt es auch nichts, vom Zimmer aus durchs geöffnete Fenster zu schauen. Denn wenn im Winter in Eurem Zimmer angenehme Temperaturen herrschen, es draussen aber eiskalt ist, dann würden die verschieden temperierten Luftschichten am offenen Fenster miteinander verwirbeln, das Ergebnis wäre ein unruhiges und flimmerndes, waberndes Bild, welches nicht zu fokussieren ist. Noch schlimmer wird es, wenn die Heizung an ist. Ihr hättet dann Euer hausgemachtes Seeing.

Also raus aus der Bude. Im Winter ist es zwar eiskalt, aber es herrscht die beste Sicht, denn durch eiskalte Luft kann man besser beobachten, als durch hitzeflirrende Luftschichten. Sollte es nicht anders gehen und Ihr müsst durch ein Fenster beobachten, helfen unter anderem zwei Tricks. Erstens solltet Ihr ziemlich gerade durch das (hoffentlich geputzte) Fenster blicken, je schräger Ihr durch die Glasscheibe schaut, umso größer sind die Reflektionen. Zweitens könnt Ihr versuchen, einen Polarisationsfilter zu benutzen, dieser kann unter Umständen Reflektionen auf der Scheibe eliminieren.

2. Gebt dem Teleskop Zeit, sich an die Aussentemperatur anzupassen!
Ein Teleskop, welches von drinnen nach draussen gebracht wird, kann nicht sofort gute Bilder liefern. Wartet also 30 bis 60 Minuten, um dem Gerät Zeit zu geben, sich zu aklimatisieren. Dann erst wird das Gerät seine volle Funktion erreichen. Ein geschlossener Tubus benötigt mehr Zeit zum Auskühlen wie ein offener Tubus. Besonders Schmidt-Cassegrains sowie Maksutow-Cassegrains benötigen eine recht lange Aklimatisierungszeit.

3. Gebt Euren Augen Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen!
Auch dies dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten. Dann erst haben sich Eure Pupillen so weit wie möglich geöffnet (ca. 7mm Pupillendurchmesser) und Eure Augen sind bereit, alles zu erkennen. Ansonsten würdet Ihr nur die hellsten Sterne sehen und erst nach und nach kämen mehr und mehr Sterne hinzu, die Ihr erkennen könntet. Ebenso brauchen Eure Augen Zeit, um sich bei der Verwendung von Nebelfiltern (z.B. UHC, O-III sowie H-beta) zu adaptieren. Nebelfilter zeigen ein schlagartig dunkleres Bild, die Nebel kommen jedoch kontrastreicher hervor. Allerdings brauchen die Augen Zeit, sich daran zu gewöhnen um feinste Details zu erkennen, ein schnelles "mal-eben-durchblicken" durch einen Nebelfilter kommt also leider nicht in Frage!

Und nun kommen wir zu einem wichtigen Punkt. Es kommt immer mal vor, dass man kurz Licht braucht, um eine Sternkarte zu betrachten oder etwas im Dunkeln zu suchen. Wenn Ihr nun eine Taschenlampe anmacht, war alles umsonst, Eure Augen sind geblendet und Ihr könnt erst mal wieder nichts erkennen. Aus diesem Grund benutzen Astronomen Rotlichtlampen, weil Rotlicht die Dunkeladaption des menschlichen Auges nicht beeinträchtigt. Es darf natürlich auch nicht zu hell sein! Solche Rotlichtlampen sind entweder normale Taschenlampen, wobei die Glühbirne hinter einer roten, durchsichtigen Kunststoffhülle sitzt oder es handelt sich um rote Leuchtdioden. Ich habe mir eine Rotlichtlampe selber gebaut, indem ich eine kleine Stablampe nahm und die Glühbirne durch eine rote Leuchtdiode mit Vorwiderstand und Reflektor ersetzte. Das Teil ist genial und im Dunkeln hell genug, um alles zu erkennen. Und meine Augen bleiben empfindlich. Übrigens: aus diesem Grund gibt es in einer fotografischen Dunkelkammer Rotlicht, ebenso sind viele Radiowecker auch mit roten LED-Anzeigen versehen, weil sie im Dunklen nicht so blenden. Das menschliche Auge ist nämlich im roten Farbspektrum wesentlich lichtunempfindlicher wie im grünen, daher werden grüne Laserpointer auch wesentlich heller vom Auge wahrgenommen, wie rote.

4. Berührt nicht das Okular!
Beim Blick durch das Okular solltet Ihr das Gerät nicht berühren, weder am Okular, noch am Tubus, noch am Stativ. Denn leichte Schwingungen können das Beobachtungsobjekt ins Trudeln geraten lassen. Fangt mit einer geringen Vergrösserung an und bringt das Objekt der Begierde ins Sichtfeld des Okulars. Dann könnt Ihr die Vergrösserung durch Austausch des Okulars erhöhen. Es gibt elektrische Fokussiereinrichtungen, die verhindern, dass das Bild durch manuelles Einstellen ins Zittern gerät. Ebenso gibt es Okularauszüge mit 1:10 Mikrofokussierung, welche ebenfalls sehr hilfreich sind.

5. Bei der Sonnenbeobachtung solltet Ihr darauf achten, dass das Sucherfernrohr mit den beiliegenden Abdeckkappen verschlossen ist!
Es könnten sich nämlich sonst beim Beobachten der Sonne kleine Brandflecken in Eure Kopfhaut brennen. Also, entweder die Kappen drauflassen oder den Sucher abmontieren. Stellt das Teleskop so ein, daß es den geringsten Schatten wirft, dann seid Ihr fast im Fokus. Mit einem langbrennweitigen Übersichtsokular (die Sonnenfilterfolie auf dem Teleskop nicht vergessen) könnt Ihr dann die Sonne genau zentrieren.

Achtet auf jedenfall darauf, dass Ihr am besten einen Objektiv-Sonnenfilter verwendet. Ihr könnt Euch natürlich auch einen Filter für Euren Sucher aus Sonnenfilterfolie basteln. Von der Verwendung eines Okular-Sonnenfilters rate ich dringendst ab! Dieser liegt nahe dem Brennpunkt und kann sehr leicht zerplatzen, eine sofortige Erblindung wäre der Fall! Nehmt die Beobachtung der Sonne bitte sehr ernst, denn hier sind durch unsachgemässe Bedienung des Geräts oder Unwissenheit schon viele Unfälle passiert. Geeigneter ist die Baader AstroSolarfolie für visuelle Zwecke mit einer optischen Dichte von ND5.0. Folie für fotografische Zwecke mit einer Dichte von ND3.8 darf visuell nur in Verbindung mit einem zusätzlichen Graufilter sowie einem UV/IR-Sperrfilter benutzt werden.

Benutzt bitte auch niemals diese gold-/silberfarbene Rettungsfolie aus dem Verbandskasten, diese täuscht Euch beim Durchblicken nur Sicherheit vor, gefährliche UV- und Infrarot-Strahlung geht durch und kann das Auge bleibend schädigen, ohne daß man dies sofort bemerkt. Ebenso rate ich von der Verwendung von Alufolien, rußgeschwärzten Glasscheiben, Schweißerschildern, CDs und belichteten Filmstreifen als Sonnenfilter ab, von der visuellen Qualität mal ganz zu Schweigen. Und bedenkt immer: Teleskope zur Sonnenbeobachtung niemals unbeaufsichtigt stehen lassen. Kinder sind sehr neugierig und wenn man einmal nicht aufpasst, kann es zu bösen Überraschungen kommen. Riskiert nicht Euer Augenlicht, denn Eure Augen ersetzt Euch niemand und mit dem tollen Hobby Astronomie wäre es dann aus und vorbei! Nehmt die Beobachtung der Sonne bitte sehr ernst! Ihr habt nur ein Paar Augen!!

Focal Reducer:

Der Focal Reducer ist das Gegenteil einer Barlow. Ein 0.5x Reducer halbiert die Brennweite bzw. verkürzt sie um die Faktor 2. Dadurch werden dann zwar nicht mehr so hohe Vergrößerungen möglich, allerdings hat man hier einen Helligkeitsgewinn, der sich durch kürzere Belichtungszeiten in der Astrofotografie von Nutzen macht. Ebenso vergrößert sich das Gesichtsfeld. Berücksichtigt jedoch, dass eine Veränderung der Brennweite durch solch ein optisches Element auch zu einer Veränderung des Öffnungsverhältnisses (Blende) führt!

Fokus / Fokussierung:

Fokus ist ein anderes Wort für Brennpunkt. Der Fokus ist in diesem Sinne der Brennpunkt, wo die vom Objektiv gebündelten Lichtstrahlen wieder zusammenfallen (siehe auch "Brennpunkt"). Fokussieren bedeutet in diesem Sinne "scharfstellen". Wenn ich durch Verstellen des Okularauszuges das Bild scharfstelle, dann fokussiere ich. Daher auch die Bezeichnung "motorische Fokussiereinrichtung", Motorfokus oder Mikrofokussierung.

In Verbindung mit dem Fokussieren hört man öfters die Worte "Intrafokal" und "Extrafokal". Intrafokal bedeutet, den Okularauszug nach innen zu bewegen und daher nach innen aus dem Fokus zu wandern, bei Extrafokal bewegt man den Okularauszug nach aussen und wandert daher nach aussen aus dem Fokus.

Gesichtsfeld:

Als Gesichtsfeld bezeichnet man den Bereich, den man im Okular überblicken kann. Je größer das Gesichtsfeld, umso größer ist der Himmelsausschnitt, den man sehen kann. Je kleiner das Gesichtsfeld, umso kleiner wird der Ausschnitt. In der Regel nimmt das Gesichtsfeld mit steigender Vergrößerung ab, d.h. je höher man vergrößert, umso weniger sieht man vom Umfeld eines Objektes. Es gibt jedoch spezielle und teure Okulartypen, die trotz hoher Vergrößerung noch ein großes Gesichtsfeld bieten.

Kollimation:

Als Kollimation bezeichnet man die optische Zentrierung eines Teleskops. Die Kollimation kann sich bei einem Transport im Auto verstellen. Bei Reflektoren geschieht dies eher wie bei Refraktoren. Bemerkbar macht sich dies dadurch, dass die abgebildeten Objekte trotz Scharfstellung unsauber und unscharf dargestellt werden, dass Lichtbögen um das Objekt zu sehen sind und ein Stern nicht punktförmig, sondern verzerrt dargestellt wird. Meistens sind Schrauben am Haupt- und Fangspiegel bzw. an der Objektivlinse vorhanden, durch die man die Optik neu zentrieren kann. Sehr hilfreich zur Kollimation sind ein sogenanntes Justierokular (Peilhülse), ein Cheshire-Justierokular sowie ein Justierlaser.

Lichtsammlung:

Das Prinzip eines Teleskops beruht auf seiner lichtsammelnden Eigenschaft. Der Mensch blickt durch die Pupille seines Auges. Im Dunklen kann sich die Pupille voll öffnen. Hierbei erreicht sie einen Durchmesser von etwa 7 Millimeter. Gesetze der Optik besagen, dass ein doppelter Objektivdurchmesser viermal und ein dreifacher Durchmesser neunmal soviel Licht sammeln kann (x², in unserem Beispiel 2² = 4 und 3² = 9).

Der Lichtgewinn (L) gegenüber dem Auge berechnet sich aus der Formel L = D² : P², wobei D der Objektivdurchmesser in Millimeter und P der Pupillendurchmesser in Millimeter ist. P beträgt, wie oben erwähnt, meist 7mm.

Ein Fernrohr mit einem Objektivdurchmesser von 80mm hat also den knapp 11fachen Durchmesser der Pupille. Dies bedeutet, dass das 80mm Fernrohr knapp 131x mehr Licht sammeln kann wie unser Auge. Dadurch können Objekte wahrgenommen werden, die für unser blosses Auge zu klein und lichtschwach wären.

Objektiv:

Das Objektiv ist beim Refraktor eine Linse und beim Reflektor ein Spiegel. Das Objektiv ist (beim Refraktor) die Linse, welche dem zu beobachtenden Objekt gegenüber liegt, und durch die das Licht in das Teleskop einfällt (dem Objekt zugewandt). Objektivlinsen sollten am besten vergütet sein. Es gibt auch mehrlinsige Objektive, diese sind von höherer Qualität, jedoch auch teurer.

Obstruktion:

Beim Spiegelteleskop liegt der Fangspiegel im Strahlengang zum Hauptspiegel und schluckt daher einen gewissen Lichtanteil (ebenso wie die Fangspinne sowie die Mittenbohrung im Hauptspiegel eines SCs oder Maksutows). Diese Fangspiegel-Abschattung bezeichnet man als Obstruktion. Dieser Anteil des nicht nutzbaren Lichts wird in Prozent angegeben und bezieht sich meist auf die Fläche der vollen Öffnung bzw. den Spiegeldurchmesser.

Eine volle Öffnung (z.B. beim Refraktor) hat eine Obstruktion von 0%. Je kleiner die Obstruktion, umso mehr Licht kann ins Teleskop einfallen und umso höher ist der Kontrast. Newton-Teleskope haben eine Obstruktion von etwa 20-25% des Spiegeldurchmessers, Schmidt-Cassegrains und Maksutow-Cassegrains eine von etwa 30-35%.

Okular:

Das Okular ist die Linse, durch die das Licht aus dem Teleskop herauskommt und ins Auge des Betrachters fällt (dem Auge zugewandt). Das Okular ist eine Art Lupe, die das kleine Bild, welches im Brennpunkt des Teleskops entsteht, für das Auge des Betrachters vergrössert. Okulare sollten am besten vergütet sein. Es gibt auch mehrlinsige Okulare, diese sind von höherer Qualität, jedoch auch teurer.

Öffnungsverhältnis (siehe auch Blende):

Das Öffnungsverhältnis stellt sich als Bruchzahl dar (Kehrwert der Blende) und beschreibt das Verhältnis von Objektivdurchmesser (D) zu Brennweite (f).

Mein Refraktor hat ein Öffnungsverhältnis von f/15, d.h. die Apertur ist ein fünfzehntel der Brennweite. f/15 bedeutet nichts anderes als 1/15.

Mein Reflektor hat ein Öffnungsverhältnis von f/5, d.h. die Apertur ist ein fünftel der Brennweite. f/5 bedeutet nichts anderes als 1/5.

1/15 ist kleiner wie 1/5, also hat mein Refraktor ein kleineres Öffnungsverhältnis, wie mein Reflektor.

Polsucherfernrohr:

Das Polsucherfernrohr ist ein kleines, meist beleuchtetes Fernrohr, welches in die Polachse (Stundenachse, Rektaszensionsachse) der Montierung gesetzt wird. Es dient dazu, die Montierung auf den Himmelsnordpol auszurichten (Einnorden). Dies ist von Nöten, wenn man Astrofotografie betreibt oder generell die Nachführeinheit benutzt. Wenn das Teleskop korrekt auf den Himmelsnordpol ausgerichtet ist, reicht eine Nachführung von nur einer Achse (der Rektaszensionsachse), um das Objekt im Sichtfeld zu halten. Hierfür verwendet man oft eine elektrische Nachführeinheit, die das Teleskop mit exakt derselben Geschwindigkeit der Erddrehung nachregelt. Für astrofotografische Zwecke benötigt man eine genaue Polausrichtung, für rein visuelle Zwecke reicht eine grobe und schnelle Ausrichtung.

Prismen und Spiegel:

Es gibt verschiedene Arten von Prismen und Spiegeln, wie z.B. Zenitprismen (45° und 90°), Amiciprismen (45° und 90°), Porroprismen (0° bei gerader Durchsicht), Herschelprismen (auch Herschelkeile oder Sonnenprismen genannt, 90°) und Zenitspiegel (90°).

Ein Zenitprisma hat die Aufgabe, das Bild, welches aus dem Okularauszug fällt, um 45° bzw. 90° abzulenken, um dem Betrachter den Einblick einfacher zu gestalten. In der Regel benutzt man ein Zenitprisma am Refraktor bei der Beobachtung von Sternen in zenitnahen Positionen. Am Newton Teleskop benutzt man keins, da der Okularauszug schon seitlich liegt (der Fangspiegel liegt schräg im Tubus und lenkt das Licht um 90° heraus) und weil der Fokussierweg beim Newton meist sehr klein ist und man mit einem Prisma nicht in den Fokus kommt. Allerdings hat man bei einem Refraktor ein seitenverkehrtes Bild, d.h. oben und unten sind vertauscht, ebenso links und rechts. Ein Zenitprisma richtet das Bild auf, sodaß oben und unten korrekt dargestellt werden, allerdings bleiben links und rechts immer noch vertauscht.

Daher gibt es das Amiciprisma, es handelt sich im Endeffekt auch um ein Zenitprisma, allerdings wird hier das Bild wieder seitenrichtig dargestellt, wie man es gewohnt ist, d.h. oben ist oben und links ist links. Das Porroprisma gibt auch ein seitenrichtiges Bild wieder, allerdings nicht um 90° versetzt, sondern es bleibt beim normalen, geraden Durchblick von 0° (bei Verwendung von 2 Stück). Porroprismen werden hauptsächlich in Ferngläsern verbaut. Man erkennt diese Ferngläser an ihrer gewinkelten Bauweise: das Objektiv und das Okular "fluchten" nicht, d.h. sie sitzen nicht auf einer gemeinsamen, optischen Achse. Es gibt auch Ferngläser, bei denen das Objektiv und das Okular auf einer gemeinsamen Achse sitzen, diese Gläser sehen wie ein "H" aus und beinhalten sogenannte Dachkantprismen.

Ein Prisma schluckt immer etwas Licht und ist daher verlustbehaftet. Für die Erdbeobachtung braucht man ein Amiciprisma, damit das Abbild korrekt wiedergegeben wird (links bleibt links, oben bleibt oben). Im Weltraum gibt es kein oben oder unten, kein links oder rechts. Daher verwendet man ein Amiciprisma wirklich ausschliesslich für die Erdbeobachtung, und ein Zenitprisma oder einen Zenitspiegel für die Himmelsbeobachtung.

Bei den Zenitspiegeln sitzt jedoch kein Prisma, also ein Glaskörper im Gehäuse, sondern ein Spiegel, da diese im Gegensatz zu einem Prisma farbrein sind. Spiegel verwendet man gerne in 2" oder 1.25" Ausführung an apochromatischen Refraktoren, Schmidt-Cassegrains und Maksutow-Cassegrains, da ein Prisma hier nur unnötig Farbe ins Spiel bringen und den Vorteil des Spiegelsystems zunichte machen würde.

Ebenso gibt es, meist in Verbindung mit billigen Kaufhausteleskopen, Umkehrlinsen. Dies sind Hülsen, die in den Okularauszug geschoben werden und eine Linse enthält, die das Bild umkehrt. Am anderen Ende wird wiederrum das Okular eingeführt. Diese Umkehrlinsen bieten ebenfalls ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild, sind jedoch meist nur von minderer Qualität. Die Durchsicht erfolgt hierbei ebenfalls geradlinig bei 0°. Gerade bei Zenitprismen und -spiegeln sollte man auf die Vergütung und die Transmissions- bzw. Reflektionswerte achten!

Desweiteren gibt es noch sogenannte Herschelprismen (Herschelkeile, Sonnenprismen). Diese sehen ein wenig wie normale Zenitprismen aus, sind jedoch nur für die Beobachtung der Sonne im Weißlicht (Integrallicht) geeignet. Ein Herschelprisma lenkt nur etwa 5% des Sonnenlichts zum Okularauszug, 95% werden über eine sogenannte Lichtfalle aus dem Prisma herausgelenkt. Ein Herschelprisma darf übrigens nur an Refraktoren verwendet werden, da das gebündelte Sonnenlicht vom Objektiv direkt in das Prisma fällt! Bei einem Reflektor liegt der Fangspiegel schon recht nahe des Brennpunktes im Strahlengang und würde sich dabei erhitzen, eine Zerstörung des Spiegels wäre die Folge. Ausserdem haben Reflektoren (besonders das Newton) meist einen zu geringen Fokussierweg, um das Bild scharf stellen zu können. Daher immer die Warnung bedenken: Herschelprismen dürfen nur in Verbindung mit einem Refraktor verwendet werden! Hinweis: Der Objektivlinse des Refraktors passiert nichts! Die Hitze entsteht erst im Brennpunkt. Und da das Prisma den Lichtkegel vor dem Brennpunkt abfängt und herausleitet, erwärmt sich das Prisma selber kaum und es bildet sich im Tubus auch kein Tubusseeing durch Wärmestau.

Das Herschelprisma darf visuell nur in Verbindung mit einem extrem starken Graufilter ND3.0 und einem zusätzlichen UV/IR-Sperrfilter verwendet werden! Zusätzlich kann ein weiterer Graufilter, variabler Polarisationsfilter, Farbfilter oder Solar Continuum Filter verwendet werden, um das Sonnenbild für das Auge angenehm zu gestalten. Herschelprismen sind für die Beobachtung der Sonnenoberfläche (Photosphäre) an einem Refraktor das Non Plus Ultra (praktisch die Königsklasse der Weißlicht-Sonnenbeobachtung)! Bei der Verwendung eines solchen speziellen Prismas wird die Objektivöffnung des Refraktors nicht mit zusätzlichen Filtern wie AstroSolarfolie verdeckt, diese entfallen komplett. Wichtig ist auch die Beachtung des aus dem Prisma ausfallenden Lichts (die restlichen 95%), dieses kann bei Nichtbeachtung ebenfalls zu Brandwunden oder Blendung führen.

Reflektor:

Der Reflektor ist ein Spiegelteleskop. Hier besteht das Objektiv aus einem Spiegel (Hauptspiegel, Primärspiegel). Zusätzlich ist ein weiter Hilfsspiegel (Fangspiegel, Sekundärspiegel) vorhanden, der das Licht aus dem Tubus lenkt.

Refraktor:

Der Refraktor ist ein Linsenteleskop. Hier besteht das Objektiv aus einer zumeist vergüteten Linse, welche sich auch aus mehreren Einzellinsen zusammensetzen kann, welche entweder miteinander verkittet oder durch einen Luftspalt voneinander getrennt sind. Refraktoren sind die typisch, klassischen Astronomieteleskope mit langer und dünner Bauform.

Seeing:

Ein in der Hobbyastronomie häufig verwendeter Begriff ist das sogenannte "Seeing". Darunter versteht man den Grad der Luftunruhe. Durch Turbulenzen in der Erdatmosphäre wird das aus dem All kommende Licht beeinträchtigt, es können zufällige Schwankungen in Helligkeit, Schärfe und Farbe auftreten, welche sich als eine Art Wabern oder Flimmern äussern. Diese Sichtverhältnisse versucht man auf einer Skala auszudrücken, die von 1 (sehr gute Sichtverhältnisse) bis 5 (mangelhafte Sichtverhältnisse) reicht.

Sphärische Aberration:

Als sphärische Aberration bezeichnet man die Tatsache, dass die Lichtstrahlen, welche durch eine Objektivlinse fallen, unterschiedliche Brennpunkte bilden. Die Brennpunkte der am Rande des Objektivs einfallenden Lichtstrahlen liegen vor den Brennpunkten der mittig einfallenden Strahlen. Dies würde zu einem unsauberen Bild führen. Dies kann man beheben, indem man mehrere Linsen zusammensetzt, die dann gemeinsam das Objektiv bilden. Diese Anordnung beseitigt die Fehler der verschiedenen Brennpunkte und erzeugt einen gemeinsamen Brennpunkt.

Sucherfernrohr, Leuchtpunktsucher, Telrad Finder und Fernglas:

Das Sucherfernrohr ist ein kleines Fernrohr mit einer geringen Vergrösserung und einem grossen Gesichtsfeld. Beim Blick durch den Sucher erkennt man ein Fadenkreuz. Wenn Sucher und Teleskop optimal zueinander ausgerichtet sind, so stellt man im Sucher genau in der Mitte des Fadenkreuzes das gesuchte Objekt ein, und wenn man dann durch das Okular des Teleskops schaut, sollte das Objekt dort in der Bildmitte zu sehen sein. Der Sucher ist also ein unentbehrliches Hilfsmittel. Auf einem Fernglas oder Sucher ist oft eine Angabe wie z.B. 6x30 angegeben. Dies bedeutet, dass das verwendete Fernglas eine Vergrösserung von 6x und einen Objektivdurchmesser von 30mm besitzt.

Als Alternative oder nützliche Erweiterung zu einem vorhandenen Sucherfernrohr gibt es den Telrad Finder, dieser ist eine Visiereinrichtung, mit deren Hilfe man den Nachhimmel unvergrößert durch eine Glasscheibe betrachtet, über die 3 rote, konzentrische Kreise (Durchmesser 0.5°, 2° und 4°) eingeblendet werden. So findet man oft leichter die Objekte, die selbst im Sucher schwer zu finden sind, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen kann. Mit dem Sucher sucht man, mit dem Finder findet man. Allerdings nur recht leuchtstarke Objekte, da wie gesagt keine Vergrößerung vorgenommen wird. Ebenso gibt es den Rigel Quickfinder sowie den Leuchtpunktsucher (Peilsucher). Bei diesem wird ein roter Punkt auf eine Glasscheibe projiziert.

Übrigens: bei Teleskopen mit nur einem Tubus und einer Objektivlinse spricht man vom Fernrohr, bei Teleskopen mit zwei Tuben und zwei Objektivlinsen vom Fernglas. Dementsprechend gibt es für das einäuige Sehen den Begriff monokular, und für das beidäugige Sehen den Begriff binokular, hierher rüht auch der Begriff Binokular-Ansatz oder Bino-Ansatz (kurz Bino). Ein Spektiv ist im Grunde genommen ein "halbes Fernglas" mit nur einem Tubus und einer Objektivlinse, welches jedoch ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild liefert und meist mit einem Zoom-Okular und Fotostativ-Gewinde versehen ist und überwiegend zur Erdbeobachtung verwendet wird.

Tubus:

Als Tubus bezeichnet man das Rohr, in dem die Optik sitzt. Es enthält beim Refraktor nur die Objektivlinse, beim Reflektor enthält es den Haupt- und den Fangspiegel. Am Tubus ist auch der Okularauszug (OAZ) angebracht, der das Okular aufnimmt, durch welches der Betrachter blickt.

Vergrösserung:

Die gern gestelle Frage, wie hoch das Teleskop denn vergrössere, kann man so nicht beantworten, denn die Vergrösserung ist nicht fest eingestellt. Sie hängt einerseits von der Brennweite des Teleskops (f) ab, wie auch von der Brennweite des verwendeten Okulars (fO). Die Vergrößerung (X) berechnet sich nach der Formel X = f : fO, wobei f die Objektivbrennweite des Teleskops in Millimeter und fO die Brennweite des verwendeten Okulars in Millimeter ist.

Wenn ich ein Teleskop mit einer Brennweite von 1200mm habe und verwende ein Okular mit einer Brennweite von 10mm, dann ergibt sich eine Vergrösserung von 120x (1200mm : 10mm = 120).

Allerdings sollte man darauf achten, dass man die maximal sinnvolle Vergrösserung nicht überschreitet. Die maximal sinnvolle Vergrösserung beträgt in etwa den doppelten Objektiv- bzw. Spiegeldurchmesser in Millimeter. Wenn ich einen Refraktor mit einer Objektivlinse habe, deren Durchmesser 80mm beträgt, so ist die maximal sinnvolle Vergrösserung 160x.

Wenn ich einen Reflektor mit einem Hauptspiegel habe, dessen Durchmesser 200mm beträgt, dann ist dort die maximal sinnvolle Vergrösserung 400x. Jede Vergrösserung über diesen Punkt hinaus bringt nicht mehr viel, da das Bild immer dunkler und unschärfer wird. Ausserdem gibt es Schwierigkeiten beim Scharfstellen des Bildes, es wirkt einfach nur flau.

Wenn man mit einer geringen Vergrösserung arbeitet und das Bild scharfstellen will, so kommt erst ein Bereich der Unschärfe, dann wird das Bild scharf und wenn man weiterfokussiert wird es wieder unscharf. Dieses "Schärfefenster" hat eine gewisse Grösse, die Fokussiertoleranz. Wenn ich eine höhere Vergrösserung fahre, so wird das Schärfefenster, die Fokussiertoleranz, immer kleiner, d.h. der Bereich, wo mein Objekt scharf erscheint, wird immer schwieriger einzustellen, da man schnell wieder aus dem Schärfebereich raus ist. Je höher also die Vergrösserung, umso schwieriger ist es, das Bild scharf zu stellen, gerade per Hand am Fokussierrädchen.

Aus diesem Grunde gibt es motorgesteuerte Fokussiereinrichtungen, wo man ein Handgerät mit Kabel und Knöpfen bedient, und ein Motor dreht das Bild scharf. So kann man ganz fein und ohne Erschütterung das Bild scharf stellen. Allerdings hat so ein Fokussiermotor auch seine Nachteile. Zum einen ist man immer auf eine Stromversorgung angewiesen, zum anderen erlauben es die Handfokussierrädchen schneller, den Fokus bei einem Okularwechsel zu verändern. Die Motoren sind da meist langsamer (da genauer) und lassen sich nicht immer von der Welle abkoppeln. Aus diesem Grund gibt es auch Okularauszüge mit einer sogenannten 1:10 Mikrofokussierung, welche einerseits das manuelle Grobfokussieren zulassen, andererseits aber auch das manuelle Feinfokussieren, und das ohne Motor und Stromversorgung. Diese Art der Fokussierung ist auch für fotografische Zwecke sinnvoll.

Übrigens: die Fokussiertoleranz ist beim "schnellen" Teleskop (kleine Blende bzw. grosses Öffnungsverhältnis) wesentlich geringer wie beim "langsamen" Teleskop (grosse Blende bzw. kleines Öffnungsverhältnis). Die Bezeichnungen "schnell" und "langsam" kommen aus dem Fotografiebereich, ein schnelles Gerät (z.B. f/5) erlaubt kürzere Belichtungszeiten wie ein langsames Gerät (z.B. f/15).

Vergütung:

Als "vergütet" bezeichnet man Linsen, die so hergestellt wurden, um Fehler bei der Abbildung (z.B. Reflektionen oder Geisterbilder) zu vermeiden. Vergütete Okulare sind oft aus mehren Linsen zusammengesetzt. Sie sollen so wenig Licht wie möglich schlucken, keine Farbfehler darstellen, eine gute Schärfe bieten sowie der Glasoberfläche eine gewisse Kratzfestigkeit geben. Vergütete Linsen erkennt man oft daran, dass die Linsen bei Licht betrachtet einen grünlichen, rötlichen oder bläulichen Schimmer von sich geben. Spezielles Glas und eine Oberflächenbeschichtung sorgen hierfür (siehe auch "Achromat" und "Apochromat"). Mehrfach vergütete Flächen (multi coated) tragen mehrere Vergütungsschichten übereinander, voll vergütete Flächen (fully multi coated) tragen mehrere Vergütungsschichten auf allen optischen Flächen und stellen das Idealmaß der Vergütung dar.

Vignettierung:

Die auch als "Randabschattung" bezeichnete Vignettierung ist eine ungleichmässige Ausleuchtung des Sichtfelds, die sich als Abdunklung zum Rand hin bemerkbar macht. Meist geschieht dies, wenn ein zu enges Bauteil im optischen Strahlengang liegt oder wenn man z.B. ein Okular mit langer Brennweite oder großem Sichtfeld benutzt. Dann versucht solch ein Okular eventuell, ein Gesichtsfeld darzustellen, welches größer wie das vom Teleskop dargebotene ist und das Resultat ist ein heller Bereich in der Bildmitte und ein dunkler Rand. Bei Fotografien können auch dunkle Bereiche in den Bildecken entstehen.

Zoll (Inch "):

Das Zoll ist ein englisches Maß (engl. Inch). 1 Zoll (") entspricht 25.4mm bzw. 2.54cm. Beim Teleskop bezieht sich die Angabe Zoll meistens auf die Grösse der Apertur oder des Okularauszuges. Mein Refraktor hat eine Öffnung von 80mm Durchmesser, dies entspricht 3". Ich habe also einen 3-zölligen Refraktor. Mein Newton hat eine Öffnung von 250mm, dies entspricht 10". Das Zoll Zeichen (") ist hierbei nicht zu verwechseln mit dem Zeichen für Bogensekunde ("). Okulare und Okularauszüge gibt es meistens in drei verschiedenen Durchmessern: 0.96" (24.5mm), 1.25" bzw. 1 1/4" (31.8mm) sowie 2" (50.8mm).

# Arten der astrofotografischen Projektion (nachträglich angefügt):

Man unterscheidet bei der astrofotografischen Projektion folgende drei Arten:

1. Afokale Projektion:
Hierbei wird eine Kamera mit Objektiv an das Okular des Teleskops montiert. Es kann sich dabei um eine DigiCam, die über ein fest montiertes und nicht abnehmbares Objektiv besitzt, handeln oder um eine Spiegelreflexkamera, die jedoch mit einem Wechselobjektiv versehen ist. Spezielle Befestigungsklemmen und Halter zur Montage sind im Handel erhältlich.    Kamera > Objektiv > Okular > Teleskop.

2. Fokale Projektion:
Hierbei wird eine Kamera ohne Objektiv und ohne Okular an das Teleskop montiert. Meist handelt es sich um eine Spiegelreflexkamera, deren Wechselobjektiv entfernt wird und die über einen entsprechenden T-2 Adapterring mit dem Teleskop verbunden wird.    Kamera > Teleskop.

3. Okularprojektion:
Hierbei wird eine Kamera ohne Objektiv an das Okular des Teleskops montiert. Meist handelt es sich um eine Spiegelreflexkamera, deren Wechselobjektiv entfernt wird und die über einen entsprechenden T-2 Adapterring an einen Projektionsadapter montiert wird, welcher das eigentliche Projektionsokular enthält und mit dem Teleskop verbunden wird. Es gibt auch Okulare, die bereits über ein T-2 Anschlußgewinde bzw. ein spezielles Adaptergewinde verfügen.    Kamera > Okular > Teleskop.



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